Pferdemarkt bietet mehr als Pferde

Bitte streicheln – und gerne auch kaufen

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Beim Pferdemarkt gab es vor allem Pferde zu sehen, aber auch Esel, Ziegen und Schafe.

Br.-Vilsen - Von Vivian Krause. Nicht nur das Dröhnen von Musik aus den Zelten oder das Surren der Fahrgeschäfte locken zahlreiche Besucher Dienstagmorgen auf den Brokser Heiratsmarkt. Ein Anziehungspunkt ist auch das Wiehern eines Esels, das Gackern von Enten und das Gemecker von Ziegen. Die Geräusche des traditionellen Pferdemarkts.

Dort begrüßen den Besucher Kaninchen, Gänse und vor allem Pferde. Friedlich stehen sie, angebunden an Holzbalken, in einer Reihe am Eingang des Pferdemarkts. Eins kaut genüsslich auf Heu herum, ein anderes säuft Wasser aus einem Eimer. Die Tiere sind ein wahrer Besuchermagnet, es gibt kaum Momente, in denen nicht die Hand eines Gasts die Schnauze eines Tiers tätschelt. Doch die Vierbeiner stehen hier nicht nur, um gestreichelt zu werden. Sie sollen verkauft werden.

Ganz gut läuft es bei Uwe Schorpp. Der Uchter hat bereits um 8.30 Uhr fast all seine Zwergwidder-Kaninchen verkauft. Nur noch zwei warten auf ihren neuen Besitzer. Neben den acht Nagetieren hat er zudem drei Pferde in seinem Verkaufsbereich angebunden. Er ist seit etwa zehn Jahren beim Pferdemarkt vertreten. Die Pferde transportierte er in einem großen Anhänger nach Bruchhausen-Vilsen. Ob er alle Tiere verkauft, ist unterschiedlich. „Das hängt davon ab, was die Leute suchen“, sagt der Uchter. Oft seien Käufer darunter, die aufs Land gezogen sind. „Aussteiger“, nennt Schorpp sie.

Man kennt ihn: Udo Koch – „Esel-Udo“ – kommt seit rund 15 Jahren mit seinen Tieren zum Pferdemarkt. Dort trifft er auf Bekannte wie Sonja Dannemann.

„Was kostet der Kleine?“, fragt eine Frau im Vorbeigehen. Es folgen Gespräche über Herkunft und Alter des Hengsts. Dann schlendert sie weiter. „Wenn jemand wirklich Interesse hat, fragt er meist nach der Telefonnummer“, sagt Schorpp. Am liebsten sei es ihm, die Tiere zum Käufer zu bringen. „Dann sehe ich auch, wie es da ist.“ Aber sie könnten auch direkt vom Marktgelände mitgenommen werden. Er betont, beim Kauf eines Tiers auf dem Pferdemarkt „ist man auf der sicheren Seite“. Der Grund: Bevor ein Vierbeiner auf den Markt darf, wird er vom Veterinäramt untersucht.

Der 50-Jährige ist mit Tieren groß geworden und besitzt zwischen 30 und 40 – von Pferden über Lamas bis hin zum Strauß. „Die Zahl versteht sich ohne Kaninchen“, sagt er. „Was ich mir immer noch gewünscht habe, ist ein Zebra“, fügt er an.

Uwe Schorpp verkauft seine Tiere seit etwa zehn Jahren beim Heiratsmarkt. Dienstag brachte er drei Pferde mit nach Bruchhausen-Vilsen.

Die Kosten für ein Pferd variieren auf dem Brokser Markt. „Das geht bei 250 Euro los. Nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt.“ Doch es gehe nicht immer nur ums Verkaufen. Es gebe unter den Händlern auch mal ein Tauschgeschäft. Man kenne sich schließlich.

Fohlenschau auf dem Brokser Heiratsmarkt

Auch Udo Koch ist kein Unbekannter auf den Märkten der Region. Zum einen ist der Petershagener mit seinem Streichelzoo ein gern gesehener Gast, zum anderen bietet er in Bruchhausen-Vilsen unterschiedliche Tiere zum Kauf an. Und das seit rund 15 Jahren, schätzt er.

„Ich interessiere mich für die zwei Ziegen“, spricht eine potenzielle Käuferin „Esel-Udo“, sein Markenname, der auch auf dem Fahrzeug prangt, an. Er besitzt rund 30 Esel. Er erklärt der Fragenden, dass die Ziegen tragend sein könnten. Sie überlegt. „Aber das könnte ich auch sein“, ergänzt Koch und streichelt seinen Bauch. Mit Humor zum Verkauf. In diesem Fall überlegt es die Kundin sich noch mal.

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