Jugendamt und Polizei kontrollieren

„Wir setzen ein Signal“

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Auf strengere Kontrollen müssen sich Kinder und Jugendliche während des Brokser Heiratsmarkts einstellen

BR.-VILSEN. Auf strengere Kontrollen müssen sich Kinder und Jugendliche während des Brokser Heiratsmarkts einstellen: Das Jugendamt des Landkreises Diepholz, die Polizei und die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen schicken an allen Markt-Tagen „Jugendschutz-Kontrollgruppen“ über das Gelände. Sie setzen sich aus zwei Polizisten sowie einem Ordnungsamt- und einem Jugendamt-Mitarbeiter zusammen. Das teilte die Samtgemeinde jetzt mit.

Die Teams kontrollieren vor allem, ob noch Minderjährige zu Zeiten auf dem Fest unterwegs sind, in denen sie sich laut Jugendschutzgesetz dort nicht mehr aufhalten dürfen. Außerdem beobachten die Experten die unerlaubte Abgabe und den illegalen Konsum von Alkohol und Tabakwaren.

„Man will die Jugendlichen damit schützen. Wir möchten ein Signal setzen“, sagt Samtgemeindebürgermeister Horst Wiesch über die neue Jugendschutz-Maßnahme. „Der Markt wird dennoch kein Überwachungsmarkt sein, sondern wieder eine fröhliche Ansammlung von Menschen.“

Das Jugendschutzgesetz richtet sich laut Pressemitteilung der Samtgemeinde zwar inhaltlich ausschließlich an Veranstalter und Gewerbetreibende. Jedoch gebe es somit indirekt auch den Rahmen für Eltern sowie für Kinder und Jugendliche vor. In Verbindung mit ihrer Aufsichtspflicht würden die Eltern in letzter Konsequenz entscheiden, ob und zu welchen Bedingungen sie ihre Kinder über den Markt schlendern lassen. Diese „Personensorge“ der Mütter und Väter umfasse sowohl das Recht als auch die Pflicht, für ihren Nachwuchs „die Pflege, Erziehung, Aufsicht und damit auch die Aufenthaltsbestimmung im Rahmen des Gesetzes“ vorzunehmen.

Fällt den „Jugendschutz-Kontrollgruppen“ auf, dass ein Kind oder ein Jugendlicher gegen die gesetzlichen Vorgaben verstößt, schreiten die Mitglieder ein. Zunächst sprechen sie den jungen Marktbesucher an. Bestätigt sich der Verdacht eines Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz, dann bringen die „Ordnungshüter“ den Minderjährigen in ihre Zentrale, die im Feuerwehrgerätehaus eingerichtet werden soll. Dort kümmern sich Mitarbeiter des Jugendamts um die Kinder und Jugendlichen und benachrichtigen deren Eltern. Sind diese nicht erreichbar, übernachten die Kids im schlimmsten Fall in einem Jugendheim.

Die Eltern zahlen alle anfallenden Kosten, beispielsweise für die Fahrt vom Brokser Markt zum Heimatort oder für die Unterbringung in dem Jugendheim.

Die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen rät daher allen Müttern und Vätern, die Regeln für einen Marktbesuch mit ihren Kindern im Vorfeld zu klären und dabei die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes zu berücksichtigen.

Bei dieser Maßnahme handelt es sich um eine Ergänzung der Aktion „Ohne Sprit, ICH mach mit” des Präventions-Aktivkreises der Samtgemeinde. Bereits seit acht Jahren läuft die Aufklärung zum Thema Alkoholsucht für Jugendliche stets am Markt-Freitag (wir berichteten).

Ansprechpartner in Sachen „Jugendschutz-Kontrollgruppen“ bei der Samtgemeinde sind Dietrich Meyer und Volker Kammann, Telefon 04252/ 39 12 12 und 39 12 17, sowie Detlef Zilinka vom Jugendamt, Telefon 05441/ 9 76 11 32.

Mehr Informationen gibt es im Internet. n abü/mah

www.bmfsfj.de

www.jugendschutz.net

www.bzga.de

www.bag-jugendschutz.de

www.jugendschutzaktiv.de

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