Wiedersehen mit vielen Kollegen

„Kann nicht nur Crêpes essen“

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Andreas Langenscheidt zeigt sein Zuhause: Der 16-Jährige fühlt sich in dem modernen Wohnwagen sehr wohl.

Bruchhausen-Vilsen - Von Mareike Hahn. Der Brokser Heiratsmarkt gehört zu seinen Lieblingsvolksfesten: „Weil man hier sehr viele Schaustellerkollegen wiedersieht“, sagt Andreas Langenscheidt. Der 16-Jährige arbeitet zum vierten Mal auf dem Volksfest in Bruchhausen-Vilsen – er betreibt eine Crêpes-Bude.

Bisher war der Schausteller immer mit seiner Mutter beim Markt, diesmal verkauft er von heute bis Dienstag alleine die dünnen Pfannkuchen. Am vergangenen Wochenende ist Andreas schon im Luftkurort angekommen. Die Zeit, bevor ein Jahrmarkt startet, ist für den Ostfriesen die schönste. „Wenn die Bude steht und gewaschen ist, hat man viel Gelegenheit, um seine Kumpels zu treffen, die man von anderen Märkten kennt. Wir arbeiten Hand in Hand, das ist wie in einer Familie.“

Andreas ist unter Schaustellern aufgewachsen – schon sein Uropa reiste von Volksfest zu Volksfest. Einen anderen Job kann sich der 16-Jährige nicht vorstellen. „Klar ist es anstrengend, den ganzen Tag in der Bude zu stehen. Aber es macht auch sehr viel Spaß“, sagt der Auricher. Bis zu diesem Sommer musste er dort, wo er gerade tätig war, auch stets zur Schule gehen – jetzt hat er seinen Abschluss in der Tasche und kann sich ganz seinem Traumberuf widmen. Dass er dafür immer wieder an neuen Orten seinen Wohnwagen abstellen muss, nervt ihn nicht. „Ich kenne es ja nicht anders. Im Wohnwagen fühle ich mich wohler als in unserem Haus in Aurich. Da bin ich nicht so festgebunden.“

Meistens ist der 16-Jährige mit seiner Crêpes-Bude auf Märkten in Ostfriesland anzutreffen. Ob Aurich oder Broksen – zwischen den Besuchern kann er keine großen Unterschiede feststellen. „Die sind überall nett“, findet er. „Wenn man freundlich ist, ein Gespräch aufbaut und die Qualität stimmt, dann kommen die Leute wieder.“ Er schätzt, dass täglich bis zu 300 Hungrige den Stand ansteuern.

Der Ostfriese selbst isst übrigens nicht so oft seine französischen Eierkuchen: „Alle sagen immer: Wenn ich Crêpes verkaufen würde, würde ich den ganzen Tag nur naschen“, erzählt er. „Aber das kann man nicht ständig, das will man nur ab und zu mal.“

Von März bis November dauert die Saison, zusätzlich arbeitet Andreas auf Weihnachtsmärkten. Die Winterpause verbringt er so wie ein Großteil der 16-Jährigen ihre Ferien: „Party, Urlaub, Freunde besuchen“, fasst er zusammen. Und ergänzt: „Außerdem plane ich, welche Märkte ich als nächstes besuche und repariere und restauriere die Crêpes-Bude.“

Der Auricher hofft, sein ganzes Leben Schausteller zu bleiben. „Leider ist das aber schwierig, die Umsätze gehen immer weiter zurück.“ Sein größter Traum ist es, irgendwann das Fahrgeschäft „Take Off“ zu übernehmen, das zurzeit sein Großvater betreibt. Andreas Langenscheidt: „Das war das Lieblingsgeschäft meines Vaters, der leider vor zwei Jahren gestorben ist.“

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