Ein besonderer Dienst

Mit der Polizei auf Streife beim Brokser Heiratsmarkt

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Sie haben das Geschehen auf dem Brokser Heiratsmarkt im Blick: Lisa Backes und Sören Harms sind als Fußstreife unterwegs.

Br.-Vilsen – Von Katia Backhaus. Genau einen Kilometer von der Wache in Bruchhausen entfernt sind Sören Harms und Lisa Backes im Einsatz. Die beiden Polizeibeamten sind am Montag als Fußstreife auf dem Brokser Heiratsmarkt unterwegs. Zwischen Fahrgeschäften, Zuckerwatte und Bierständen sind sie „Ansprechpartner für alles“, sagt der 31-jährige Harms.

Montag gegen 17.30 Uhr: Der Himmel ist wolkenverhangen, aber die Gänge des Markts sind voll. Harms und Backes sind im Schlendertempo unterwegs, zwischen Senioren, die gemütlich bummeln, Familien mit Kinderwagen und Teenagern, die von Karussell zu Karussell eilen. In ihrer schlichten dunkelblauen Uniform fallen die beiden Beamten neben all den blinkenden, mit grellbunten Kuscheltieren besetzten Ständen fast auf. „Abends tragen wir Warnwesten, damit wir besser zu sehen sind“, erzählt Harms. Außerdem hoffen die Beamten dann auf Präventionseffekte – „vielleicht denken die Leute dann nochmal drüber nach, ob sie wirklich tun wollen, was sie vorhaben, wenn sie uns kommen sehen“.

Backes fasst immer wieder an den Kopfhörer, den sie im Ohr trägt. „Normalerweise haben wir nur die Funkgeräte, aber hier ist es so laut, dass wir ohne Kopfhörer nichts mitkriegen“, sagt sie. Die 25-Jährige ist seit drei Jahren in Weyhe im Streifendienst und hat am Montagnachmittag ihren ersten Dienst auf dem Markt. Harms ist zum siebten Mal auf dem Markt unterwegs. 

Sie und ihr Kollege sind neben der Funkverkabelung mit einer Waffe, Pfefferspray, Handschellen, Taschenlampe, Ersatzmagazin und Handschuhen ausgestattet. Was sie davon wohl heute einsetzen müssen? „Meist brauchen wir nur die Handschuhe“, sagt Backes, „aber manchmal auch die Handschellen.“ Wenn Betrunkene einem Platzverweis nicht nachkommen, müssen die Beamten sie manchmal mitnehmen.

Passanten sprechen die Streife bei Problemen an

„Tschuldigung, eine Frage“ – ein Mann in Lederjacke, zwei Mädchen und eine Frau kommen auf die Streifenbeamten zu. Die zwölfjährige Tochter hat vor einem Fahrgeschäft ihre Tasche stehen lassen, als die Eltern im Remmerzelt waren. Nun ist die Tasche weg und die Eltern wollen wissen, was sie machen sollen: Handy sperren? Anzeige erstatten? 

Ein Routinefall für Harms und Backes. Sie raten dazu, Anzeige zu erstatten, fragen nach Ausweis oder EC-Karte und notieren die Kontaktdaten der Eltern. Bedröppelt sieht die Zwölfjährige aus, die nun ohne ihre Tasche unterwegs ist. „Wir erleben hier nichts, was es im alltäglichen Geschäft nicht geben würde“, sagt Harms. „Es ist nur verdichtet.“

Am späten Nachmittag ist es ruhig auf dem Gelände des Markts, die größte Bedrohung stellen die dunklen Wolken am Himmel dar. Müssen sich die Beamten auch mal einen dummen Spruch anhören? Klar. „Bringt ihr mich nach Hause? Oder: Darf ich mal pusten?“ Das kennen die beiden Beamten gut. „Es kommen auch immer mal Leute, die sich bedanken, dass wir hier unterwegs sind“, erzählt Harms. Er ist von der Kripo zurück in den Streifendienst gewechselt, um freier über seine Arbeit entscheiden zu können. Die Drogenbekämpfung ist für ihn besonders wichtig. 

Backes ist noch nicht so lange dabei, sie will einmal vom Streifendienst in eine Hundestaffel wechseln. Beide haben sich freiwillig für den Dienst auf dem Markt gemeldet. Ihre Schicht geht am Montag noch bis 21.30 Uhr, um 21 Uhr kommt die Ablösung. Ab dann werden auch mehr Beamte unterwegs sein als nur eine Fußstreife, denn dann wird es noch voller auf dem Markt.

Hintergrund

Wie viele Polizisten genau auf dem Markt unterwegs sind, will die Polizeiinspektion Diepholz aus einsatztaktischen Gründen nicht mitteilen. Sie sei aber mit verstärkter Präsenz vor Ort, sagt Polizeisprecherin Sandra Franke. Auch Zivilkräfte sind im Einsatz. Am Wochenende reisten zudem Einsatzkräfte aus der Bereitschaftspolizei Hannover zur Unterstützung an. Für den Markt gibt es einen eigenen Dienstplan, die Beamten können sich freiwillig zum Einsatz melden – erst, wenn es eng wird, werden weitere Kräfte verpflichtet.

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