Dr. Bernd Althusmann gestern bei der Eröffnung des Brokser Markts / Sein Anliegen: Demografischen Wandel aufhalten

Ein Plädoyer für die Eheschließung

Bruchhausen - BR.-VILSEN (kk) · „Die Ehe ist der geeignete Zeitpunkt, möglichst viele Kinder zu zeugen“, sprach sich der niedersächsische Kultusminister, Dr. Bernd Althusmann (CDU), gestern bei der Eröffnung des Brokser Markts eindeutig für die Familienplanung aus.

Aufgrund des schlechten Wetters übernahm Althusmann nicht am Denkmal, wie es die Tradition vorsieht, sondern im „Remmer-Zelt“ vorübergehend das Amt des Heiratsvermittlers. Bürgermeister Peter Schmitz erinnerte in seiner Begrüßung an die wichtige Bedeutung des Denkmals als Treffpunkt für jedermann. Schon in seiner Kindheit habe er sich dort verabredet, in der Schulzeit steckte er einem Mädchen auch schon mal einen kleinen Zettel zu, auf dem stand: „Wollen wir über den Markt gehen ?“ Heute habe sich das Medium zwar geändert, aber eines ist geblieben: Das Denkmal als zentraler Anlaufpunkt für alle Besucher.

Landrat Gerd Stötzel betonte hingegen die Bedeutung des Heiratsmarkts aus wirtschaftlicher Sicht. Seit Generationen vergnügten sich Kinder auf dem Markt und gäben ihr Taschengeld dort aus. Und das sei nach wie vor wichtig, um die Wirtschaft weiter anzukurbeln. Ebenso entscheidend sei, dass die Bildung gestärkt und die Familiengründung unterstützt werde. Die ideale Gelegenheit für letzteres sei wohl der Brokser Heiratsmarkt. „Ich empfehle die Ehe auf Probe“, betonte Stötzel, denn schließlich könne daraus auch etwas Ernstes werden.

Eine Eheschließung bedarf aber auch eines Heiratsvermittlers, und den galt es zu küren. Samtgemeindebürgermeister Horst Wiesch stattete deshalb Dr. Bernd Althusmann mit den Insignien aus – eine Kette, auf der Vorgänger verewigt sind, weiße Handschuhe, ein weißer Schal, ein schwarzer Zylinder und als letztes der Orden. Damit empfing „Bernd, der Erste“ die Würde des Heiratsvermittlers.

Zunächst sei er skeptisch gewesen, als Horst Wiesch bei ihm anfragte, ob er die verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen wolle. Trotz eines anfänglichen schlechten Gefühls mache es ihn jetzt stolz, zumal der Markt über die Grenzen Bruchhausen-Vilsens hinaus bekannt sei. Zudem sei er ein klarer Befürworter der Eheschließung und nehme sein neues Amt sehr ernst: „Als Heiratsvermittler muss man die Wahrheit sagen.“ So erinnerte er mit einem Schmunzeln die Heiratswilligen und Jungvermählten daran, dass sich in einer Ehe nicht nur die Rechte halbierten, sondern sich auch die Verpflichtungen verdoppelten. Damit zitierte er – wie es sich für einen Kultusminister gehört – den Philosophen Arthur Schopenhauer.

Doch Dr. Bernd Althusmann nahm sein Amt nicht auf die leichte Schulter, sondern sprach in seiner Rede das Kernproblem Niedersachsens an: den demografischen Wandel. Darum sei es „besonders wichtig, dass sich viele Damen und Herren entscheiden, in den Hafen der Ehe einzulaufen, denn daraus entstehen viele Kinder“, so der CDU-Politiker. Mit einer kurzen Hochrechnung verstärkte er seine Argumentation. Pro Jahr würden im Schnitt 120 Ehen auf Zeit beim Brokser Markt geschlossen. Da Bruchhausen-Vilsen eine fruchtbare Gegend sei, bedeute dies pro Paar vier Kinder, also insgesamt 480 zukünftige Schüler. Damit kann man den Sekundarbereich der Klassen fünf bis zehn im Luftkurort sichern.

Der niedersächsische Kultusminister forderte darum alle auf, gegen den demografischen Wandel anzukämpfen, und etwas für dieses Ziel zu tun – ganz im Sinne der Tradition des Brokser Heiratsmarkts. Mit kräftigen Hammerschlägen stach Dr. Bernd Althusmann das Bierfass an, und mit den Böllerschüssen war der Brokser Heiratsmarkt eröffnet.

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