Ministerpräsident Weil zum neuen Heiratsvermittler ernannt

Moin, Stephan der Erste

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Fleckendirektor Horst Wiesch (links) stattete Heiratsvermittler h.c. Stephan den Ersten mit den entsprechenden Insignien aus. Der Ministerpräsident fühlte sich geehrt. ·

Br.-Vilsen - Von Aenne Templin. „Wir können starten – schieß los!“ Auf diese Worte von Fleckenbürgermeister Peter Schmitz haben die Besucher auf dem Bruchhausen-Vilser Marktplatz schon lange gewartet. Drei Böllerschüsse ertönen in der Ferne. Die Menge zählt mit: „Eins. Zwei. Drei.

Der Brokser Heiratsmarkt ist eröffnet“, ruft Schmitz ins Publikum, das sich rund ums Denkmal versammelt hat. Das Ausharren hat ein Ende: Die fünfte Jahreszeit beginnt.

Neben Schmitz auf der Bühne stand Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, der es zuletzt kaum erwarten konnte, als neuer Heiratsvermittler Menschen zu verkuppeln. Er sprang nervös von einem Fuß auf den anderen. „Es ist für mich eine besondere Ehre“, sagte er. Heiratsvermittler h.c. Stephan der Erste wird er von nun an für ein Jahr genannt.

Weil trug die traditionellen Insignien, die ihn in seiner Funktion bestätigten: weiße Handschuhe, Kette, Schal und Zylinder. Fleckendirektor Horst Wiesch hatte ihm kurz vor der Übergabe noch Mut gemacht: „Es wird nicht schlimm werden. Sie werden es ganz bestimmt genießen.“ Eine Studie habe ergeben, dass Brautpaare in arrangierten Ehen nach fünf Jahren zufriedener seien, frotzelte er. Somit sehe er gute Erfolgs chancen für die neuen Aufgaben, die auf den Heiratsvermittler warten.

Landrat Cord Bockhop stand Weil indes vor der Menge ebenfalls zur Seite. Nötig war das allerdings nicht: Weil ließ keine Zweifel daran aufkommen, dass er für den Job der Richtige ist: „Moin“, rief er beherzt ins Mikrofon und verbeugte sich mit gehobenem Zylinder. Die Menge antwortete im selben Tonfall: „Moin.“

„Ich habe im letzten Jahr Silberhochzeit gefeiert, das zeichnet mich sicherlich als einen guten Heiratsvermittler aus“, sagte er ins Publikum. „Und das ist der Beweis: Ich bin ein Freund der Ehe.“ Auch wenn seine Bemühungen als Trauzeuge nicht von Erfolg gekrönt waren: „Zweimal habe ich das Amt übernommen – beide Ehen sind gescheitert.“ Aber Weil hat genaue Vorstellungen, wie er seine Fehler wieder gut machen könne: „Die demografische Entwicklung soll wachsen und gedeihen. Dazu werde ich mein Bestes als Heiratsvermittler geben.“ Den Zuschauern rang er noch das Versprechen ab, ihn dabei zu unterstützen.

Nach den Böllerschüssen gab‘s dann auch kein Halten mehr: Einige Jugendliche sicherten sich bereits während der feierlichen Zeremonie die besten Plätze in den Fahrgeschäften. Sie gehörten zu den ersten von rund 300 000 Besuchern, die an den fünf tollen Tagen das Marktgeschehen mitbestimmen. Einen hob Fleckenbürgermeister Peter Schmitz besonders hervor: Henry Kohler. Der 85-Jährige reist seit 1999 jedes Jahr im August aus den USA in seine alte Heimat, extra für die fünfte Jahreszeit.

Die Eröffnung

Stephan Weil eröffnet den Heiratsmarkt

Stephan Weil, der eben noch so selbstbewusst an seine neue Aufgabe herangetreten war, zeigte sich im Remmer-Zelt beim Fassanstich eher zurückhaltend. Es waren einige Schläge nötig, bis das Bier sprudelte. Aber mit tatkräftiger Unterstützung von einigen Anwesenden klappte es schließlich, und Stephan Weil, Horst Wiesch und Peter Schmitz stießen gemeinsam mit der Menge an. Anschließend verriet der Ministerpräsident noch sein Erfolgsrezept für Verheiratete: „Ertragt einander.“ Aber bevor es soweit ist: „Lernt euch auf dem Brokser Markt kennen. Persönlich ist es immer besser als im Internet. Außerdem kann man da auch umtauschen, wenn man es will.“

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