Die "Dos" und "Don'ts" auf dem Heiratsmarkt

Fashion Forward oder Gruselkabinett?

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Diese beiden haben alles richtig gemacht: Ein Schal gegen zu viel Wind, easy Outfit und das schönste Accessoire der Welt - ein strahlendes Lächeln.

Br.-Vilsen - Von Malin Mueller. Kettenkarussell, Zuckerwatte und Luftballons lassen so manchen nostalgisch werden. Schon Wochen vor Marktbeginn ist die Vorfreue groß. Pünktlich zum Heiratsmarkt gibt es von den Eltern neue Kleider, schließlich geht man ja ordentlich angezogen zum Markt - oder?

Wenn man heute über den Marktplatz schlendert, fragt sich mancher dann und wann, was aus den guten alten Zeiten und den schicken Kleidern von damals geworden ist. Die pubertären Jungs und Mädels stehen in Jogginghose am Autoscooter, der Nachbar taucht im viel zu engem Achselhemd auf, Schweißflecken und der Blick auf die Brustbehaarung inklusive. Andersherum geht es auch: So manche junge Dame stöckelt auf Absätzen den Marktplatz herunter, für die man einen Waffenschein braucht. Das sie mit den Pfennigabsätzen ihrer Plateau-Pumps alle 10 Meter zwischen den Pflastersteinen stecken bleibt, ignoriert sie gekonnt weg. Dezentes Make-up? Wäre ja viel zu - äh - dezent. Karussell fahren kann die Gute auch nicht, sonst gehen die kunstvoll gedrehten Locken noch kaputt.

Es scheint gar nicht mehr so einfach zu sein, auf dem Heiratsmarkt gut angezogen zu sein. Und zugegeben, die Jahrmarkt-Uniform aus Kindertagen (rote Lack-Halbschuhe, rot-weiß getupftes Kleid) ist vielleicht auch nicht mehr ganz zeitgemäß. Ein paar Regeln zu beachten kann deswegen ganz hilfreich sein:

  1. Marktplätze sind vor allem eines: Uneben. Teils matschig, oft gepflastert, womöglich dreckig. High-Heels mögen hübsch aussehen, auf den Markt gehören sie aber nicht. Besser beraten ist Frau in Sneakers. Die klassisch Weißen dürfen sogar dreckig werden - Rock-Chic-Look.

  2. Karussel fahren macht riesig Spaß, ist aber eine stürmische Angelegenheit. Wer also unbeschwert kreischen will, sollte von komplizierten Hochsteckfrisuren absehen. Ein Pferdeschwanz oder offene Haare sind pflegeleichter und lassen sich nach einer rasanten Fahrt schnell wieder richten.

  3. Es wird wohl ein ewiges Rätsel bleiben, warum jemals riesige Plüsch-Bierhüte und aufblasbarer Kopfschmuck entworfen wurden. Vielleicht als abschreckendes Beispiel, wie man besser nicht auf sich aufmerksam macht?

  4. Ein positives Beispiel: Eine schöne Brille, eine lässige Mütze oder eine große Kette fallen auf und heben euch aus der Masse hervor. Und das auch noch ohne Gelächter nach sich zu ziehen.

  5. Ketten, Gürtel, Brillen, Armbänder und alles andere, was aus den Knicklichtern hergestellt wurde, die in die Coktailgläser gehören, sollte verboten werden. Es ist ein fataler Irrglaube, dass die mit den meisten leuchtenden Armreifen die Coolste auf dem Markt ist.

  6. Kurze Kleidchen und Röcke sind zum Feiern erlaubt. Wer sie auch beim Bummeln über den Markt anzieht, läuft Gefahr, ungewollten Ruhm zu erlangen. Wo gerempelt und gedrängelt wird, rutscht schnell mal etwas hoch, beim Karussell fahren sowieso – und den weißen Baumwollschlüpfer unterm Minikleid wollte man ja eigentlich nur anziehen, weil er so schön bequem ist.

  7. Eigentlich unmöglich, aber einmal im Jahr zur Marktzeit erlaubt: Markt-Aufkleber. Aber bitte nicht einen auf jeder Brust tragen oder sich selbst ganz damit zu-tapezieren.

  8. Absolutes "Don't", wie oben schon angedeutet, sind Jogginghosen. Gezwungenermaßen muss der Marktbesucher an die Helferlein der Schausteller denken, die beim Break-Dancer auf der Lehne mitfahren, anstatt sich festzuhalten. Die, die selbst den zwölfjährigen Mädchen einen Blick zuwerfen, wenn sie die Fahrchips einsammeln und sich beim Autoscooter zwei schwarze Streifen aus Schmiere auf die Wangen malen, weil das so cool nach Rennstall aussieht. Gänsehaut-Alarm! Am Sexappeal dieser Typen liegt das aber nicht.

  9. Zuckerwatte in der einen- und einen Fahrchip in der anderen Hand machen wunderschöne Markt-Accessories. Niemand geht gerne mit Menschen auf ein Volksfest, die nichts essen wollen, weil es zu fettig ist oder mit solchen, die Karussell fahren uncool finden. Man ist nie zu alt für eine Runde in der Krake!

  10.  Goldene Regel: Hauptsache bequem (solange es -siehe Punkt 8 - keine Jogginghose ist. Auf dem Markt läuft, tanzt, kreischt und schwitzt man viel. Bequeme Klamotten sind also von Vorteil. Und wer sich nicht wohlfühlt, sieht selten gut aus.

Weitere Tipps in Richtung Mode gefällig?

Schaut mal bei Kiwipferdchen vorbei!

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