„Eigentlich bin ich ein  sehr wortkarger Mensch“

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Während Rekommandeur Ingo Gersema (l.) für die Stimmung beim „ Take Off“ sorgt, verkauft Schausteller Andreas Langenscheidt die Fahrchips.

„Auf geht‘s, schnell noch einsteigen und die letzten Plätze sichern“, schallt es aus den Lautsprecherboxen des „Take Off“. Für die Stimmung der Fahrgäste ist Ingo Gersema verantwortlich. Der Rekommandeur aus Leer (Ostfriesland) begleitet Schausteller Andreas Langenscheidt und seine Familie zu fast jedem Volksfest.

Herr Langenscheidt, Sie sind dieses Jahr mit ihrem Fahrgeschäft das erste Mal auf dem Brokser Markt dabei. Wie ist Ihr erster Eindruck ?

Langenscheidt: Der Brokser Markt hat einen sehr guten Ruf. In den vergangenen Jahren hatten wir leider nie einen Platz bekommen. Daher freue ich mich umso mehr, dass es dieses Mal mit dem Zuschlag geklappt hat.

Welche Altersgruppe sprechen Sie mit dem Fahrgeschäft an ?

Es ist ein breites Spektrum. Kinder ab acht Jahren dürfen in Begleitung eines Erwachsenens fahren. Aber auch 40-Jährige kaufen sich ein Ticket.

Wenn Sie nicht gerade mit dem „Take Off“ in Bruchhausen-Vilsen sind, bei welchen Volksfesten sind Sie außerdem zu finden ?

Wir sind in ganz Europa unterwegs. Wir schrecken vor nichts zurück. Wir fahren sowohl nach Frankreich als auch nach Belgien. Meine ganze Familie ist sehr reiselustig.

Mit Ihnen dabei ist auch fast immer Ingo Gersema. Der Rekommandeur sorgt für die Stimmung an Ihrem Fahrgeschäft ?

Das ist richtig. Seine Arbeit ist besonders wichtig. Er sorgt dafür, dass wir durch unsere Musik und Sprüche auffallen und uns somit von den anderen Karussells absetzen.

Take-Off, Polyp und Co. - Die Fahrgeschäfte auf dem Markt

Karussells auf dem Brokser Heiratsmarkt

Herr Gersema, wie schaffen Sie es, die Leute ständig bei Laune zu halten ?

Gersema: Die Sprüche sind immer ganz spontan. Ich sitze vor dem Mikrofon und entscheide jedes Mal aus dem Bauch heraus. Auswendig gelernte Texte würden nicht authentisch rüberkommen.

Ist es von der Tageszeit abhängig ?

Auf jeden Fall. Es ist immer auf das Publikum abgestimmt. Nachmittags sind eher die Familien unsere Zielgruppe, am Abend kommen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu uns.

Erreichen Sie auf jedem Volkfest die Besucher auf die gleiche Art und Weise?

Nein. Jeder Markt ist anders. Die Leute in Nordrhein-Westfalen sind beispielsweise anders drauf als die Menschen in Norddeutschland. Ich passe mich immer der Stimmung an.

Ist die Stimme am Abend nicht so sehr strapaziert, dass Sie heiser sind ? Sie sprechen schließlich den ganzen Tag lang.

Natürlich ist die Stimme am Abend nicht mehr so kräftig. Ich trinke täglich ganz viel Tee und trainiere meine Stimmbänder. Außerdem spreche ich in meiner Freizeit so gut wie gar nicht. Eigentlich bin ich ein sehr wortkarger Mensch.

Wenn Sie nicht gerade in der gläserner Kabine des „Take Off“ sitzen, wo sind Sie dann zu finden ?

Der Job als Rekommandeur ist nur mein Hobby. Unter der Woche gehe ich ganz normal zur Arbeit. Um bei den Jahrmärkten dabei sein zu können, nehme ich mir extra Urlaub.

Und wie sind Sie dazu gekommen, den „Einheizer“ zu machen ?

Ich bin auf dem Markt groß geworden. Schon als kleines Kind war ich immer auf der Kirmes dabei und habe den Schaustellern beim Auf- und Abbau geholfen. Nach meiner Ausbildung zum Elektriker habe ich mich dazu entschieden, bei den Langenscheidts als Rekommandeur zu arbeiten.

Von Mareike Ludwig

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