Nur die Suche nach dem X wurde nix

Brokser Markt ABC

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Verliebt in einen hässlichen Vogel: Dana und Jasmin an der Losbude.

Bruchhausen-Vilsen - Von Anne-Katrin Schwarze - Den Freunden aus dem Süden versuche ich zu erklären, was sie beim Besuch des Brokser Marktes erwartet. Jahrmarkt, Krammarkt, Gewerbeschau, Zeltdisco, Bayernparty.

„Da gibt es wohl alles“, fragen die Schwaben und glauben nicht so recht, was alles die hunderttausende Besuche noch bis Dienstag in den gemütlichen Flecken lockt. Es gilt also, den Beweis anzutreten. Bitte sehr: Der Brokser Markt von A bis Z!

Angry Bird. Die 13-jährige Dana und ihre ein Jahr jüngere Cousine Janina kaufen schon den zweiten Packen Lose für fünf Euro. Mit geübten Fingern pulen sie die Siegel ab und lassen tatsächlich viele Gewinnermotive zum Vorschein kommen. Ihr Traum: Das dicke rote, eigentlich gar nicht niedliche Kuscheltier inmitten der Galerie der Preise. Ein Angry Bird. „Das ist total angesagt“, sagt „Silberminen“-Inhaber Lars Kellner und muss so manchem älteren Kunden erklären, das es sich um eine Figur aus einem tausendfach-heruntergeladenen Spiel für Smartphones handelt.

Beachparty und Backfisch. Endlich einmal passendes Wetter zum Beachclub gegenüber dem Riesenrad. Backfisch ist einer der essbaren Marktklassiker. Mit dänischer Soße oder auf griechische Art wird er hier international und kostet auf dem Platz am legendären „Skipper“ 4,50 Euro.

Louis, Luka und Moritz.

Cashewnüsse. Gebrannte Mandeln sind heute nicht mehr nur zuckerbraun. In rot und schwarz, mit Chili-, Kirsch- oder Lakritzmantel liegen sie an den vielen Ständen aus und haben zudem Gesellschaft bekommen von Sonnenblumenkernen, Erd- und Macadamianüssen, „Wiener Mandeln gehören auf jeden Marktplatz, aber viele sind bei den Neuheiten skeptisch“, sagt Symon Veldkamp. Daher lässt er seine Kunden gerne probieren. „Besonders junge Eltern lassen sich von den Neuheiten überzeugen“, hat er beobachtet.

Delft Blue. Soll es im Frühjahr blau, gelb, rot, pink, weiß oder zweifarbig „gefüllt“ im Garten blühen, gibt es beim Markt eine große Auswahl an Zwiebeln, zum Beispiel Delft Blue-Hyazinthen für 5 Euro pro Beutel.

Ehe. Wer hat sich nicht schon alles beim Brokser Heiratsmarkt getroffen und verliebt. Annelene Rosenhagen und Margret Meyer machen seit 20 Jahen die Spaßtrauungen des Heimatvereins Martfeld und erinnern sich an viele liebenswerte wie kuriose Geschichten. Auch Jacqueline Kühne und Norman Schlincke werden ihnen in Erinnerung bleiben. Das Paar aus Hoya wird im Juli 2013 heiraten und hat am Freitag schon einmal zur Probe „Ja“ gesagt. „Letztes Jahr war es reiner Spaß, aber diesmal kribbelte schon ganz schön im Magen“, gesteht der Bräutigam. Den Countdown haben beide eingeläutet, das Standesamt ist gebucht. Bei der Hochzeitsmesse, die zum ersten Mal auf dem Markt stattfindet, informierten sie sich jetzt über Kleid, Frisur, Make-up und all die tausend anderen Details.

Fuchspfote neben Fellpantoffeln. In der Pött- und Pann-Reihe für 5 Euro zu haben.

Glückskekse, im Little Chinatown für 50 Cent gesehen.

High Impress. Die „Bratpfanne“ ist neu auf dem Brokser Markt und schleudert seine Fahrgäste in den rotierenden Sesseln auf der sich drehenden Scheibe mit bis zu 4 g durcheinander.

Iiiiiii. Voller Vergnügen gequietscht bei der Fahrt in einem beliebigen Fahrgeschäft.

Jasmin. „Neutralisiert alle Gerüche. Außer von Tabak. Da hilft nur Minze“, sagt Christian Veltmann, der ätherische Öle in der Pött- und Pann-Reihe anpreist.

Keramik, Kartoffelspalten, Kittelschürzen, Karussell, Kirschtorte, Kosmetik, Karten für alle Anlässe, kopfüber... Kirmes!!!

Lebkuchen, hart gebacken, damit sie hängen können – wohl der Marktklassiker. Familie Landwermann handelt damit seit 1888. Die Herzen mit Schrift aus Zuckerguss landen aber bei weitem nicht alle in hungrigen Mägen. „Viele werden verschenkt, von Eltern an erwachsenen Kinder, die jetzt weit weg leben, von Ihm an Sie, eines ging sogar mal nach Australien“, plaudert Cornelia Landwermann, seit 40 Jahren im Verkaufswagen vor Mügges Gasthaus Herrin über Hunderte von Herzen. Die Teenager Louis, Luka und Moritz finden es zwar (noch) albern, sich eine Liebeserklärung um den Hals zu hängen. „Aber für eine Freundin irgendwann würde ich eins kaufen“, hat sich Moritz überlegt.

Miederwaren. Besonders für große Größen ist Nicole Lienenkämper ausgestattet und bietet ihr Sortiment ansonsten bei den Wochenmärkten im Ruhrgebiet an. Wer probieren möchte, darf diskret in ihrem Wohnwagen verschwinden. „Oder zuhause probieren und bis Dienstag umtauschen.“

No Limit ist geil, mehr kann Linn nach der Fahrt bei 100 Stundenkilometern und in 50 Metern Höhe nicht rausbringen. Die Chips für 5 WEuro haben sich für Linn, Lisa und Domenik unbedingt gelohnt.

Ohhhh, wie ist das schön, singen die Bayernfans, die schon nachmittags auf den Tischen im Remmer-Zelt tanzen.

Pfirsich. Gemeinsam mit Ananas, Apfel, Grapefruit, Orange, Melone und Weintraube samt Korb für 10 Euro bei den Marktschreiern vom Fischmarkt zu haben.

Quarkbällchen mit Eierlikörfüllung oder pur. 1 Euro.

Riesenbratwurst. Ein halber Meter fast überall für 3,50 Euro.

Schminken. Delfine, Schmetterlinge, Tiger, alles mit reichlich Glitzer, am Stand der Kreiszeitung im Gewerbezelt.

Traumfänger, indianische Art, made in China, ab 4,95 Euro.

Universal Hundebürste, Klauenschere, Viehkennzeichenstift, Plastiksauger, Nasenringe – alles, was der Profi vom Lande für seine Tiere braucht, hat Firma Eilts aus Ottersberg in ihrem Verkaufswagen dabei. Seit 40 Jahren.

Voodoo-Jumper. Für Viola Reunitz und Mirko Mügge zu unheimlich für eine Fahrt in dieser Markt- und Weltneuheit. Sie haben Spaß am Zuschauen, wie sich andere durchschauklen lassen.

Waffeln. Am beliebtesten: Helgoländer und Togo, gleich auf die Hand.

XHmmmm ???

Ysop-Kraut. Früher Zutat für Magenbitter oder die Weihnachtsgans. „In der heutigen Küche empfehle ich es nicht, zu bitter, das verdirbt alles“, mahnt Kräuterexperte Axel Lücking. Beifuss ist seine moderne Alternative.

Zwiebelfeisch bei Trumpf. Kurz gebraten, scharf gewürzt. Wer genug Bratwurst hatte, findet hier mal was anderes.

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