Sie sind die Brokser Stimmungsmacher 

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Immer freundlich, das ist die Strategie von Brigitte Parpalioni und Enkel Marc.

Zum achten Mal steht Andreas Lange  fünf Tage hintereinander auf der Bühne eines der Festzelte. Mit den als Bayern verkleideteten „Bubingas“ ist er als Conférencier für die Stimmung im Remmer-Zelt verantwortlich.

„Überlege mir, wie weit ich gehen kann: Andreas Lange."

Von Haus aus Tischlermeister, ist er seit Jahren als Bandmusiker und Leiter eines Blasorchesters auch auf den Brettern der Festzelte zu Hause. Dennoch hat er Lampenfieber, wenn der Brokser Markt ansteht. Der ist für ihn einmalig. „Ich überlege mir schon rechtzeitig, was ich so sagen kann, wie weit ich gehen kann.“ Damit er und vor allem seine Stimme auch fünf Tage lang durchhalten, greift er nach dem unverzichtbarem Prosit auf die Gemütlichkeit zu Salbeitee.

Karussells auf dem Brokser Markt

Karussells auf dem Brokser Heiratsmarkt

Reden, reden, reden, so lockt Gisela Bottlis Kunden.

Heiße Getränke, darauf setzt auch Gisela Bottlis. Mit scheinbar nicht enden wollender Redefreude preist sie in der Pött- und Pann-Reihe die Vorzüge eines Gemüseschneiders an. „Zuhause spricht sie nicht soviel“, sagt Ehemann Alfred. Aber Dienst ist Dienst... Seit 40 Jahren im Geschäft, hat das Ehepaar auf dieser Strategie Erfolg. Immer neue Besucher bleiben vor dem Stand stehen, hören eine Weile zu, fragen nach, dürfen das Schneidwerkzeug selbst mal bedienen. „Ich finde den Vortrag interessant“, sagt Heike Walloer aus Stuhr.

„Es ist ein schwieriges Geschäft“, meint Olaf Oster. Er bietet hochwertige Pfannen an, eher kein Artikel für reine Kirmesbesucher, sondern für Stammkunden und Menschen, die auf Empfehlung kommen. Er hält seine sachlichen und fachlichen Produktvorträge gezielt vor Interessierten.

„Sie wollen was Kleines von mir? – Alois Altendeitering setzt auf Humor. Die Strategien der Marktschreier sind ganz verschieden.

Die denkbar einfachste Methode, Menschen an den Verkaufsstand zu bekommen, wendet Alois Altendeitering an: „Hier mal eben herkommen“, sagt er aus seinem Bäckerwagen heraus, die potenziellen Kunden fest im Blick. Und sie kommen! Die Kommunikation mit den Leuten ist seine Leidenschaft, sagt er, und wer jemals an diesem Stand am Pferdemarkt vorbeigekommen ist, wird ihn und seine herzliche Art bemerkt haben. „Was ist das Bergbauernbrot?“, möchte die neugewonnene Kundin wissen. „Kennen Sie Schwizerdütsch? Dann mögen sie das!“, priest Altendeitering seine Waren an. Seine herzliche Art, seine humorigen Sprüche kommen an. Alle gehen mit einem Lächeln. „Ich bin glücklich im Herzen und möchte das hier weitergeben“, sagt er philosophisch-pastoral.

„Oh, wie ist das schö-ö-ö-ö-ö-ö-ön“, dröhnt es vom Denkmal her. Im Herzen des Marktplatzes müssen die Schausteller Gas geben, um Fahrgäste zu ködern. Mit Lautstärke und mal mehr, mal weniger frechen Sprüchen buhlen sie um neue Kunden.

"Best of" Brokser Markt am Freitag

Best of: Freitag

„Die Sieben hat gut angefangen, dann die Zehn, die Sechs... Immer schön langsam gerade nach oben.“ Akustisch viel beschaulicher geht es auf der Pferderennbahn der Familie Parpalioni zu. Seit 30 Jahren steht sie mit diesem Klassiker der Belustigungsgeschäfte gegenüber dem Riesenrad. Immer höflich und freundlich geht es hier zu. Auch das ist Rekommandieren. „Ein bisschen lustig sein“, ist die Devise von Manfred Parpalioni, mit seiner Frau Brigitte ganzen Generationen von Marktbesuchern als Betreiber des „Kentucky Derby“ bekannt. „Wir haben viele Stammkunden, manche erzählen uns ihre ganze Lebensgeschichte, Freud und Leid“, freuen sie sich über den Kontakt, der letztlich über das Rekommandieren zustande kommt. Dass Kinder von einst jetzt mit eigenen Kindern oder gar Enkeln zu diesem Ballspiel zurückkehren, ist für sie auch ein Erfolg ihrer persönlichen Ansprache. Ein Rezept, das Enkel Marc Petter gerne übernimmt. Seit drei Jahren unterstützt er seine Großeltern, vor allem auch am Mikro. „Die Zehn ganz vorne, dann die Vier, die Fünf muss noch etwas zulegen“, kommentiert er das Geschehen hinter sich und hat gleichzeitig die vorbeischlendernden Passanten im Blick. „Wir haben noch einen Startplatz frei. Wie wär’s?!“, lockt er und schon geht es wieder los. „Die Vier jetzt vorne....“

Lesen Sie mehr: Die Stimmungsmacher der Karrussells

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