Jugendschutz und Verkehrsordnung: Nicht nur die Polizei ist beim Brokser Markt unterwegs

Mit Sicherheit in besten Händen

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Am frühen Freitagabend beginnt die Jugendschutz-Kontrollgruppe um Jörn Peter Hinrichs (3.v.r.) ihren Rundgang auf dem Markt.

Broksen - Laute Partymusik, Alkohol und Automassen bestimmen den Brokser Heiratsmarkt genauso wie lachende Kinder, fröhliche Partygänger und Karussels. Damit auf und am Gelände die Sicherheit nicht zu kurz kommt, greifen zahlreiche Rädchen ineinander.

Aus dem gesamten Landkreis Diepholz sind Polizeibeamte auf dem Markt präsent und haben auch die Straßen und Wege der Umgebung im Blick. Um auch den Jugendschutz auf dem Marktgelände sicherzustellen, ist in diesem Jahr zum zweiten Mal ein Präventions-Aktivkreis dafür verantwortlich, dass rechtliche und gesundheitliche Grenzen eingehalten werden. Und bei der Aktion "Ohne Sprit, ICH mach mit!" am Freitag konnten teilnehmende Jugendliche Fahrchips und andere Preise erhalten, wenn sie den Abend nachweislich ohne Alkohol verbrachten.

„Jugendschutz-Kontrollgruppen“ beim Markt unterwegs

Die Polizisten sind während der fünf Tage jederzeit im Einsatz. "In Vierer-Teams machen sich nachmittags die ersten Kollegen auf den Weg, im Laufe des Abends kommen nach und nach weitere Streifen hinzu", erklärt Hartwig Zierath, Erster Polizeihauptkommissar und Leiter Einsatz- und Streifendienst in Syke. "Wer aus Broksen keinen Urlaub hat, weiß, dass er auch auf dem Markt Dienst haben wird."

Am späten Freitagabend bewahrte die Kontrollgruppe trotz der hohen Besucherzahl den Überblick.

Die Koordination aller Beteiligten der Polizei, des Jugendamts Diepholz und Mitarbeiter der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen wird nicht zuletzt in der Polizeidienststelle Broksen an der Langen Straße deutlich. Jörn Peter Hinrichs ist Mitkoordinator der Jugendschutzgruppen und ebenfalls auf dem Markt unterwegs: "Wir sind nicht nur bei den bekannten Brennpunkten anzutreffen. Wenn es einen festen Plan gäbe, würden wir nicht so gut auf das Geschehen reagieren können, um unsere Aufgaben erfolgreich zu erfüllen."

Wenn Polizist Hinrichs mit seinen Kollegen sowie Mitarbeitern der Samtgemeinde und des Landkreises auf dem Markt mobile Kontrollen vornimmt, spielt die Strafverfolgung nur eine untergeordnete Rolle. "Es geht darum, Gefahren abzuwenden - für die Betroffenen und Unbeteiligte gleichermaßen", sagt Hinrichs. Gesundheitliche Aspekte und die Frage, was passiert, wenn man selbst unzurechnungsfähig ist und beklaut wird, nennt der Beamte als Beispiele.

"Natürlich haben die Kolllegen in Uniform eine beruhigende Wirkung auf die Feiernden", ergänzt Hartwig Zierath. "Die Idee hinter diesen Kontrollen ist es allerdings, auf jede Situation angemessen zu reagieren." Ob ein Polizist oder ein anderes Gruppenmitglied auf die Gegenüber zutritt, entscheide sich jedes Mal neu. "Oft ist es hilfreich, wenn ortsbekannte Gesichter auf die Jugendlichen zukommen", sagt Jörn Peter Hinrichs.

Ordnung, auch abseits der Marktwege

Abseits des Markts hört der Aufgabenbereich vieler Beteiligter nicht auf: "Das Samtgemeinde-Team um Marktmeister Ralf Rohlfing koordiniert die Anreise zu den Parkplätzen rund um das Gelände, die Polizei muss auch hier oft nur unterstützend tätig werden." Auch der Bauhof trage mit seiner Arbeit im Vorfeld des Markts einen großen Teil zur Sicherheit in Broksen bei.

Erfahrungsgemäß, so Zierath, fallen übrigens nur selten Autofahrer auf, die nach dem Markt unterwegs sind und eigentlich kein Fahrzeug mehr führen sollten: Am ersten Abend gab es keine Vergehen, die sich auf den Straßen ereigneten, teilte die Polizei am Samstag mit.

Die Kontrollen an Zufahrtsstraßen und an Bus- und Bahnlinien übernehmen zahlreiche Beamte aus dem Landkreis und kümmern sich auf diese Weise um die Sicherheit. "Bis am frühen Morgen der Besucherstrom endet, vergeht nach dem Zapfenstreich meist mehr als eine Stunde, da müssen wir weiterhin aufmerksam sein", sagt Hartwig Zierath.

Das Jugendhaus, in dem Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes Blessuren, Unwohlsein und Krankheiten behandelt, ist auch der Ort, an dem Jugendliche kurzfristig Unterkunft finden, wenn sie von den "Jugendschutz-Kontrollgruppen" betreut werden. "Dort warten sie dann auf ihre Eltern und werden von Samtgemeinemitarbeitern beaufsichtigt", sagt Zierath.

Alles im Blick - in Broksen und in Oldenburg

Ganz ohne Zwischenfall kann ein Volksfest wie der Brokser Markt natürlich nicht ablaufen. Am ersten Abend waren dem Besucherandrang entsprechend viele Sanitäter im Einsatz und auch der ein oder andere handgreifliche Konflikt unter den Besuchern ereignete sich. "Wenn wir soetwas sehen, unterstützen wir die Kollegen der regulären Streifen natürlich", sagt Jörn Peter Hinrichs.

Sollte jemand Zeuge eines Streits oder einer anderen Gefahrensituation werden, ist der erste Rat, die Oberleitstelle Oldenburg unter "110" zu kontaktieren. "Alle Notrufe unserer Region gehen dort ein", bestätigt Hartwig Zierath. "Die Kollegen sind bis ins kleinste Detail über den Markt informiert. Wenn ein Anrufer angibt, einen Vorfall beispielsweise bei "Würstchen Meier" bemerkt zu haben, weiß der Verantwortliche sofort, wo das ist und informiert sekundenschnell die Polisten vor Ort." Ein Notruf könne, trotz der Netzschwierigkeiten für Handys, fast immer abgesetzt werden, sagte Polizeidienststellenleiterin Ilona Kues

Am Freitagabend sei die Lage auf dem Marktplatz nicht ungewöhlich gewesen, obwohl vor allem zum Feuerwerk besonders viele Besucher auf dem Gelände waren, teilte Ilona Kues am Samstag auf Nachfrage mit. kom

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