Selbstversuch im Looping-Karussell

Infinity: Ein Flug über den Brokser Markt 

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Bruchhausen-Vilsen - Warmer Wind fegt mir durch die Haare, meine Füße baumeln in der Luft, ich genieße die Fahrt - bis ich plötzlich kopfüber in die Tiefe gucke. Mein Herz rast, als ich dem Boden entgegen stürze. Es fühlt sich an, als würde mein Magen sich drehen und mein Herz ein Stück höher rutschen.

Ich befinde mich an diesem Montagnachmittag in Bruchhausen-Vilsen auf dem Brokser Heiratsmarkt. Eine der größten Attraktionen auf dem fünftägigen Spektakel soll getestet werden. Hierbei handelt es sich um das weltweite höchste Looping-Karussell Infinity.

Vor dem Karussell angekommen schauen mein Kollege und ich ehrfürchtig gen Himmel, wo wir, geblendet von den Sonnenstrahlen, in 65 Metern Höhe die Gondel sehen, die im nächsten Moment mit 125 Kilometern pro Stunde Richtung Erdboden rast.

So richtig traut sich jetzt keiner mehr, der erste Testfahrer zu sein. Also wird mir, der Praktikantin, großzügig der Vortritt gelassen.

Mit leicht zittrigen Knien nehme ich auf einem der Sitze Platz. Der Bügel drückt mich sicher in den Sessel. Trotzdem klammere ich mich daran fest. Die Aufregung steigt, mein Herz schlägt schneller, dann geht es auch schon los. Die Gondel bewegt sich hin und her und schwingt dabei stetig schneller und höher. Voller Aufregung vermute ich, dass es sich wohl mit meinem Blutdruck ganz ähnlich verhält. Mein Bauch kribbelt und ich weiß nicht, ob ich schreien oder lachen soll. An das Gefühl, in einer kleinen Schiffschaukel zu sitzen, fühle ich mich lägst nicht mehr erinnert, als der Infinity seinen Höhepunkt erreicht und zum Looping ansetzt. Jetzt kommt die 360-Grad-Drehung.

Aussicht und Angst

Ich hänge kopfüber und bin beeindruckt von der weiten Aussicht. Ich sehe den gesamten Markt und die umliegenden Felder. Gleichzeitig macht sich ein mulmiges Gefühl in mir breit, als ich so direkt in die Tiefe schaue. Ich habe keine Höhenangst, aber das Gefühl, 60 Meter hoch in der Luft zu hängen, ist wirklich furchterregend. Mein einziger Gedanke gilt dem Bügel: Hoffentlich hält er mich weiter gut fest.

Mit einer rasenden Geschwindigkeit falle ich im nächsten Moment Richtung Boden. Eine Kraft von bis zu 5G wirkt jetzt auf mich ein. Ich kann fast fühlen wie das Adrenalin durch meinen Körper schießt. Die Gondel pendelt nun langsamer hin und her bis sie endgültig zum Stillstand kommt. Gleichzeitig breitet sich eine Mischung von Glücksgefühlen und Erleichterung in mir aus.

Mediengruppe Kreiszeitung / Marvin Köhnken

Wieder auf festen Boden stehend, ziehe ich mein Fazit: Eine Fahrt mit dem Infinity ist unglaublich aufregend und ein absolutes Muss für jeden Karussell-Liebhaber und Adrenalin-Junkie, jedoch definitiv nichts für schwache Nerven.

Brokser Boden zu weich

Der 150 Tonnen schwere Gigant, der im vergangenen Sommer in Pforzheim Premiere feierte, begeistert dieses Jahr klein und groß auf dem Brokser Markt. Gestartet ist das Fahrgeschäft am Freitag allerdings mit leichter Verzögerung. Der Boden war zu matschig und damit zu weich.

Um einen sicheren Stand zu garantieren, wurden daraufhin Stahlplatten auf dem Boden ausgelegt, berichtet Juniorchef Toontje Hoefnagels.

Am Freitagabend ging es dann los. Seitdem bilden sich lange Schlangen vor dem Infinity. Und das zurecht. Ich bin froh, meine anfänglichen Zweifel überwunden zu haben und mit dem spektakulärsten Fahrgeschäft auf dem Marktplatz eine Runde geflogen zu sein.

af

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