Ein Vertreter des ländlichen Raums 

Kultusminister Grant Hendrik Tonne kommt zur Heiratsmarkt-Eröffnung

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Grant Hendrik Tonne übernimmt in diesem Jahr die Aufgabe des „Heiratsvermittlers“ auf dem Volksfest in Bruchhausen-Vilsen.

Br.-Vilsen - Der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne agiert Freitag bei der Eröffnung des Brokser Heiratsmarkt als „Heiratsvermittler honoris causa“ (zu deutsch: ehrenhalber).

Vorher steht eine Fahrt mit der Museumseisenbahn sowie die Eintragung ins „Goldene Buch“ des Fleckens Bruchhausen-Vilsen an. Zuvor sprach der SPD-Politiker mit der Kreiszeitung über Besuche des Volksfests, den Lehrermangel und die Ehe.

Was verbinden Sie mit der „fünften Jahreszeit“ des Fleckens?

Der Brokser Heiratsmarkt ist eine große Veranstaltung, die deutlich über die Grenzen der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen und den Landkreis Diepholz hinausragt. Er gehört zu den bedeutenden Festen, die eine lange Tradition haben. Ich war auch schon selbst ein paar Mal vor Ort.

Was macht für Sie den Reiz des Heiratsmarkts aus?

Er ist angenehm breit aufgestellt. Man hat es geschafft, auf der einen Seite traditionelle Angebote zu halten und diese mit einem neuen, modernen Flair zu verbinden. Der Markt ist ein wirklich willkommenes Ziel.

Welchen Bereich besuchen Sie am ehesten?

Es hängt ein bisschen davon ab, in was für einer Runde ich den Heiratsmarkt besuche. Sind dies eher Freunde und Bekannte, sind natürlich die Zelte eine nicht ganz unbedeutende Anlaufstelle. Wenn ich einen Besuch mit der Familie plane, stehen die Spiel- und Spaßangebote im Vordergrund.

Freitag sind Sie als „Heiratsvermittler“ vor Ort. Was qualifiziert Sie für diese Aufgabe?

Zunächst einmal habe ich mich sehr über die Anfrage gefreut. Es ist eine große Ehre, als Heiratsvermittler tätig sein zu dürfen. Ich werde mich bestmöglich in meine Aufgabe einarbeiten. Es gibt ja ein paar Vorgänger, die ich durchaus kenne. Denn aus den Reihen des Landeskabinetts und ehemaliger Landesminister war ja durchaus schon der eine oder andere vor Ort. Die werde ich natürlich noch intensiv zurate ziehen und fragen, wie sie ihr Amt ausgeübt haben, was das Besondere war und worauf ich achten muss. Und ob ich dann dafür unter dem Strich qualifiziert bin oder nicht, das muss man im Nachgang beurteilen.

Vom Bürgermeister zum Bildungsminister – wie sehr fühlen sie sich der Gemeinde Leese noch verbunden?

Der fühle ich mich selbstverständlich sehr eng verbunden. Ich habe mit meinem Amt als Minister weder Heimat noch Herkunft aufgegeben. Ich bin durch und durch ein Vertreter des ländlichen Raums. So viel Lokalpatriotismus müssen alle anderen ertragen.

Sie sind Vater von vier Kindern – sorgen Sie sich mit Blick auf die Entwicklung der Schullandschaft um die schulische Zukunft?

Nein, ich sorge mich weder um die schulische Zukunft meiner Kinder noch die der anderen Kinder. Das wäre auch nicht angemessen. Wir stehen, was insgesamt die Versorgung betrifft, immer wieder vor Herausforderungen, aber die Qualität unserer Schulen quer durch das Land Niedersachsen ist wirklich gut.

Zum Thema Lehrermangel: Wie steht die Samtgemeinde Bruchhausen- Vilsen im Vergleich zu Niedersachsen da?

Niedersachsenweit sind wir in dieser Wahlperiode seit ungefähr einem Jahr und neun Monaten an der Arbeit. Ich habe zum zweiten Mal die Entwicklung der Unterrichtsversorgung bekannt geben können und wir haben zum zweiten Mal in Folge eine Verbesserung. Wir kommen von 98,7 Prozent über 99,4 Prozent und werden jetzt in diesem Schuljahr auf mindestens 99,8 Prozent hochgehen. Sowohl 2018 als auch 2019 haben wir deutlich mehr Lehrkräfte eingestellt, als in Pension gegangen sind. Allein in diesem Jahr haben wir mehr als 750 Lehrkräfte mehr bekommen, als abgegeben. Die Richtung stimmt, aber wir sind nicht fertig. Ein Zwischenergebnis für den Landkreis Diepholz: Wir haben dort im Einstellungsverfahren im August 2019 41 Stellen ausgeschrieben und es sind alle besetzt. Das ist wirklich ein gutes Ergebnis. Das ist dann logischerweise auch so in Bruchhausen-Vilsen. Dort sind vier Stellen ausgeschrieben worden, zwei an der Oberschule und zwei an der Grundschule, und auch die vier sind besetzt. Das ist nichts, worauf wir uns ausruhen. Aber ich finde, es ist ein ermutigendes Zwischenergebnis. Landesweit liegen wir bei mehr als 90 Prozent. Der Landkreis Diepholz liegt mit seiner 100 Prozent Besetzungsquote damit über dem Landesdurchschnitt.

Dennoch gibt es im ländlichen Raum häufig Probleme bei der Lehrersuche. Woran liegt das?

Insbesondere im ländlichen Raum spüren wir den Bedarf an Lehrkräften insgesamt noch viel deutlicher als in städtischen Gebieten. Die frisch ausgebildeten Lehrkräfte möchten oftmals in der Nähe der Unistädte bleiben. Diese Tatsache macht auch vor den Schulleitungspositionen nicht Halt, gerade kleinere Schulstandorte sind schwieriger zu besetzen. Eine Schulleitung ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die Zeit und Kraft bindet. Daher schauen wir intensiv, wo Lehrkräfte und Schulleitungen von der Arbeit entlastet werden können, um damit auch die Bereitschaft zur Übernahme eines so wichtiges Amts zu unterstützen.

Zurück zum Heiratsmarkt: Was verbinden Sie – außer dem Markt – mit Bruchhausen-Vilsen?

Ich habe etliche Kontakte in die Samtgemeinde hinein, auch mit politischen Vertretern. Meine Eltern leben in der Gemeinde Asendorf, insofern gibt es immer wieder einen Bezug dorthin. Darüber hinaus war ich in diesem Jahr auch beim Mühlenlauf in Martfeld dabei.

Beim Heiratsmarkt dreht sich vieles um die Ehe. Sie sind mit Ihrer Frau Monika Tonne-Herrmann seit 2002 verheiratet. Was ist Ihr Geheimnis für eine glückliche Ehe?

Wenn ich da ein allgemein verbindliches Rezept hätte, könnte ich damit viel Geld verdienen. Ich habe eine extrem geduldige und unterstützende Ehefrau. Ich mache jetzt seit 1996 Politik in unterschiedlichem Ausmaß, seit 2008 hauptberuflich als Abgeordneter. Sie hat das immer mit unterstützt, wissend, dass, wenn der Ehemann weniger zu Hause ist, viel an ihr hängen bleibt. Das trägt sie mit einer großen Geduld und mit Verständnis.

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