„Das geht einfach nicht“

Brokser Heiratsmarkt 2021 abgesagt – über eine Alternative wird noch beraten

Jugendliche in einem Jahrmarkt-Karussell
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Zuletzt ging es 2019 auf dem Marktplatz in Bruchhausen-Vilsen so richtig rund. Damals, vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie, beherbergte der Heiratsmarkt mehrere Tausend Personen pro Tag.

Br.-Vilsen – Die Entscheidung fiel keinem der Beteiligten leicht, doch der Hammer ist gefallen: Auch dieses Jahr wird es keinen Brokser Heiratsmarkt geben. Das Volksfest, das als eines der größten seiner Art in Norddeutschland bekannt ist, und Jahr für Jahr Hunderttausende auf den Marktplatz in Bruchhausen-Vilsen zog, fällt coronabedingt somit schon zum zweiten Mal in Folge aus.

Das teilten Donnerstagnachmittag der Marktmeister Ralf Rohlfing, der Marktausschussvorsitzende Hermann Hamann und der Bürgermeister des Fleckens, Lars Bierfischer, bei einem Pressetermin vor dem Denkmal mit.

„Zu dem Beschluss, den Brokser Markt abzusagen, kamen wir am Mittwochabend gemeinsam im Verwaltungsausschuss. Es schmerzt uns alle sehr, erneut auf dieses Highlight verzichten zu müssen“, schildert Rohlfing. Lange und viel wurde hin- und herüberlegt, abgewägt und diskutiert, doch am Ende überwogen die negativen Parameter und die Tatsache, dass einfach noch zu viele Fragen ungeklärt sind. „Ich hoffe, dass ich der einzige Bürgermeister sein werde, der zweimal die Nachricht überbringen muss, dass es keinen Brokser Markt geben wird“, scherzt Lars Bierfischer, doch auch ihm sieht man die Frustration deutlich an. Er betont, dass man von einem rein logistischen Standpunkt aus das Volksfest hätte stemmen können „aber es sprach einfach zu viel dagegen“.

Brokser Markt 2021 in Bruchhausen-Vilsen fällt aus

So lasse die aktuelle niedersächsische Corona-Verordnung zwar Großveranstaltungen zu, doch gebe vor, dass es dabei sowohl eine Maskenpflicht als auch ein Hygienekonzept geben muss. „Aber nirgendwo ist genau erklärt, was das bedeutet“, so Rohlfing und bedauert, dass sich die Regierung diesbezüglich sehr bedeckt halte. „Man hält uns die Möglichkeit zwar quasi genau vor die Nase, aber doch gerade so weit weg, dass wir nicht sicher herankommen können“, schildert er und ergänzt, dass es letztes Jahr eine klarere Ansage gab.

Marktmeister Ralf Rohlfing, der Marktausschussvorsitzende Hermann Hamann und der Bürgermeister des Fleckens, Lars Bierfischer am Denkmal.

„Aber wir haben es trotzdem bis zum Ende versucht“, so Bierfischer und erläutert, dass die Verwaltung ausgearbeitet hat, was alles beim Brokser Markt hätte beachtet werden müssen – wenn es denn einen gegeben hätte. So hätte es auf dem gesamten Platz eine Maskenpflicht gegeben und es müsste sowohl einen Ein- wie auch einen Auslass geben, wo sich neue Besucher anmelden und wieder gehende abmelden müssen. Denn maximal 5000 Personen dürften sich gleichzeitig auf dem Festplatz aufhalten. „Der Rest müsste quasi draußen warten. Wenn ich dabei an Samstagabend denke, wo in den Vorjahren ungleich mehr Personen zeitgleich da waren, dann stehen vielleicht jetzt 3000 vor verschlossenen Türen, bis zum Rewe die Straße runter, dann wird schnell klar: Das geht einfach nicht.“

„Es wäre nicht der Brokser Markt gewesen, wie ihn die Leute kennen“, fasst Rohlfing zusammen. „Natürlich haben wir uns das alles anders vorgestellt und gehofft, dieses Jahr endlich unser 375. Jubiläum+1 zu feiern und ein Zeichen zu setzen. Mensch, selbst die Plakate hatten wir schon in Auftrag gegeben“, schildert Rohlfing. Insbesondere täte es ihm leid für die vielen Schausteller, die sonst auf dem Brokser Markt zu Gast sind. Viele hätten schon nachgefragt, wie es denn dieses Jahr mit dem Volksfest aussehe oder inwiefern eine Alternative wie 2020 in Planung sei. „Gespräche und Beratungen darüber werden bereits geführt“, so Rohlfing, verrät aber noch nichts Genaueres.

Terminliche Verschiebung des Brokser Marktes nicht möglich

Eine Verlegung des Marktes auf einen späteren Termin habe nicht zur Debatte gestanden. Zu oft gab es terminliche Probleme und Überschneidungen mit anderen großen Festen in Norddeutschland, die sich in diesen schwierigen Zeiten keine Konkurrenz machen möchten. „Unsere Hoffnung liegt nun auf dem Jahr 2022, dass es dann endlich wieder einen richtigen Brokser Markt geben kann, so wie ihn die Leute kennen und lieben“, so Bierfischer abschließend.

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