Polizei, Feuerwehr und DRK -Bereitschaft ziehen Bilanz zum Brokser Markt

Helfer sind „richtig kaputt“

Rettungssanitäter Mario Heckel sowie die Sanitätshelfer Natalie Clausen und Robert Fuderer (v.l.) schoben am Dienstag an der neuen Rettungswache am Musikladen-Zelt Dienst.

Br.-Vilsen - (ah) „Richtig kaputt“ fühlten sich die Mitglieder der DRK -Bereitschaft beim gestrigen Abbau ihrer Einsatzzentrale am und im Brokser Jugendhaus. Kein Wunder nach rund 220 Hilfeleistungen an fünf Tagen Brokser Heiratsmarkt. Ähnlich dürften sich die Kräfte der Polizei und der Feuerwehr nach ihren Zusatzschichten gefühlt haben.

Von der Allergie über die Schnittwunde und den Nasenbeinbruch bis hin zum Beinbruch reichte die Palette der Verletzungen, bei denen Bereitschaftsleiter Günter Schweers und sein Team gefragt waren. 65 Prozent der Einsätze entfielen auf größere Hilfeleistungen. Darüber hinaus hat die Bereitschaft den Rettungsdienst bei Transporten unterstützt.

„Wir waren 30 bis 35 Mal mit dem Wagen auf dem Platz“, berichtet Schweers. „Das war häufiger als im vergangenen Jahr.“ Generell sei die Zahl der Hilfeleistungen gegenüber 2008 gestiegen. Insgesamt hätten Ärzte, Rettungsassistenten und Sanitätshelfer 1 300 Stunden ehrenamtlich geleistet. 168 Einzelschichten seien zusammengekommen und im Schnitt immer 15 Leute im Einsatz gewesen.

Insbesondere am Sonnabend und am Dienstag habe sich die zweite Rettungswache am Musikladen-Zelt bewährt. Dort hatte die Bereitschaft einen modernen Rettungscontainer unter anderem mit zwei Behandlungsplätzen und einem Aufenthaltsraum stationiert – eine Leihgabe der Firma „Drehtainer“. „Wir müssen abwarten, ob der Kreisverband einen solchen Container für größere Veranstaltungen leiht oder sogar kauft“, meint Schweers, der die gute Zusammenarbeit mit der Leitstelle Diepholz, der Feuerwehr und der Polizei lobt.

Letztere registrierte bis gestern Nachmittag 51 Straftaten beim Brokser Markt, zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als im vergangenen Jahr insgesamt. „Wir gehen davon aus, dass die Zahl noch steigt. Uns liegen noch nicht alle Anzeigen auf dem Tisch“, erklärt Thorsten Heldberg vom Polizeikommissariat in Syke. Gleichwohl bewertet er das Geschehen als „aus polizeilicher Sicht relativ ruhig. Es handelte sich um Straftaten, die im Rahmen einer solchen Veranstaltung zu erwarten waren“. Die Bilanz relativiere sich auch vor dem Hintergrund des im Vergleich zu 2008 größeren Besucheraufkommens.

26 Körperverletzungen, darunter sieben gefährliche, machten den Großteil der alkoholbedingten Straftaten aus. „Was uns erschreckt, ist die zunehmende Brutalität der Körperverletzungen“, sagt Heldberg. Die Hemmschwelle bei der Anwendung von Gewalt sei gesunken, beim Markt wie in der Gesellschaft allgemein.

Insgesamt habe sich das Konzept der größeren Präsenz bewährt, auch wenn die Bereitschaftspolizei nicht in dem Maße zur Verfügung gestanden habe wie im vergangenen Jahr.

Einen vergleichsweise ruhigen Markt verlebten die Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Bruchhausen-Vilsen. Sie mussten lediglich zu einem Strohballenbrand in Wöpse ausrücken – für Ortsbrandmeister Jörg Kehlbeck ein Vorfall, der in Zusammenhang mit der Veranstaltung stand. Ein zweites Mal war die Ausrüstung der Feuerwehr am Dienstagabend gefragt. Da der Betreiber der Wildwasserbahn sein Wasser beim Abbau nicht in den verstopften Kanalstrang zwischen „Flamingo-Zelt“ und Gasthaus „Lamke“ einleiten konnte, half die Ortswehr mit einem B-Schlauch aus. Der schickte das Wasser in einen Schacht an der „Pötte und Pannen“-Meile.

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