Im Spukschloss durch die Dunkelheit: Bei Harry Hansla freuen sich Gespenster und Untote auf Gruselfans

Auf dem Markt ist immer Geisterstunde

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Diese „Dame“ aus dem Spukschloss freut sich auf Besuch.

Br.-Vilsen - Von André Steuer. Wenn sich die Tore öffnen, beginnt das Grauen: Geister haben in Hanslas Spukschloss auf dem Brokser Markt das Schicksal der Besucher während ihrer Reise durch die Unterwelt in der Hand. Ein Zug fährt Gruselfreunde vorbei an Untoten, Gespenstern und „lebenden Bildern“. Herr über das Grauen ist Harry Hansla.

Seit 1966 betreibt seine Familie die Geisterbahn, 1998 übernahm Harry Hansla das Fahrgeschäft von seinem Vater. Seitdem lehrt er die Geisterschloss-Besucher das Fürchten. Mit immer neuen Umbauten und Effekten sorgt er dafür, dass das Spukschloss auf der Höhe der Zeit bleibt.

Hier wird sich kräftig gegruselt: Die Geisterbahn von Harry Hansla auf dem Brokser Heiratsmarkt.

„Ich bin stets auf der Suche nach neuen Ideen“, sagt Hansla. Anregungen bekommt er hauptsächlich aus Amerika: „Am interessantesten ist für mich die amerikanische Halloween-Kultur. Dort gibt es immer neue Figuren und tolle Ideen für gruselige Dekorationen.“ Findet er etwas Passendes, wandert eine Figur oder Puppe auch mal über den Atlantik, um die Menschen in Deutschland zu erschrecken. „Das einzige Manko ist oft ihre technische Ausstattung. Sie sind in der Regel nur für einen kurzzeitigen Einsatz gebaut. Damit die Puppen hier im täglichen Geisterbahnbetrieb reibungslos funktionieren, rüste ich sie daher um“, sagt Hansla.

Seine Liebe fürs Detail macht sich schon von außen bemerkbar. Damit das Ambiente stimmt, baut er mit seiner Mannschaft vor dem Fahrgeschäft einen Friedhof auf. Zu viel „Grusel“ darf es aber nicht sein: „Es muss immer ‘freundlich‘-gruselig und einladend aussehen“, erklärt Hansla.

Zur Dekoration gehören auch zwei „Foto-Points“ direkt an der Geisterbahn: An einem Pranger und einer Guillotine können Besucher ein etwas anderes Markt-Erinnerungsfoto schießen.

Ein weiteres Highlight sind die „lebendigen Bilder“. „Das ist eine total spannende Geschichte“, erzählt Harry Hansla enthusiastisch. „Auf einem Gemälde mit verschiedenen Personen in historischen Gewändern verwandeln sich diese vor den Augen der Besucher in Geisterwesen.“ Das lebendige Bild sei in kurzer Zeit zu einem Publikumsmagneten geworden.

Wer sich in den Geisterbahn-Zug setzt, ist ganz unterschiedlich. „Hier fährt jeder mit. Von jung bis alt“, sagt der Eigentümer. Damit es für alle etwas zum Gruseln gibt, sind immer neue Effekte wichtig. „Wir zeigen unter anderem den Klassiker, wie zum Beispiel gruselig in Szene gesetzte Särge, aus denen den Gästen Horrorfiguren entgegenkommen.“ Doch das ist nicht alles. Neben Untoten, die aus finsteren Ecken ihre knochigen Finger nach den Besuchern ausstrecken, kommt modernste Technik zum Einsatz. „Mit speziellen Effekten, unter anderem mit einer besonderen Beamertechnik, entführen wir Gruselfreunde in die Welt der Geister“, sagt Hansla.

Im Spukschloss treiben allerdings noch ganz andere Gestalten ihr Unwesen. „Die besten Geister sind lebendige Geister“, betont Hansla. Damit meint er das, was er sagt. Denn um überraschende Gruseleffekte zu erzielen, sind im Spukschloss als Gespenster verkleidete Mitarbeiter unterwegs. Perfekt geschminkt und bestens instruiert erschrecken sie die Gäste. Dabei gibt es besondere Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. So ist es den „lebenden Untoten“ beispielsweise verboten, die Besucher zu berühren. „Erschrecken ist erwünscht, aber mehr nicht“, sagt Harry Hansla und betont, dass seine Geister diese Regel sehr ernst nehmen.

Bei einem Rundgang mit dem „Herrn der Geister“ durch die 260 Quadratmeter große „Dunkelwelt“ zeigt sich, dass er beim Thema Särge ein echter Fachmann ist – denn die Särge in der Geisterbahn sind keine Attrappen: „Die sind echt“, betont Hansla. Er kennt nicht nur die unterschiedlichen Bauformen, sondern kann auch zu den jeweiligen ländertypischen Ausführungen etwas erzählen. „Natürlich sind die Särge bei der Anschaffung unbenutzt“, erklärt er lachend. „Sie werden in unserem Spukschloss ausschließlich von unseren Geistern und Gespenstern genutzt.“ Neben den Figuren und Spezialeffekten spielt auch die passende Musik sowie die entsprechende Geräuschkulisse eine große Rolle. Harry Hansla weiß, dass alles stimmen muss, um bei den Besuchern Gänsehaut hervorzurufen. „Für mich ist es das Schönste, wenn ich sehe, dass es den Besuchern in meinem Spukschloss gefallen hat.“

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