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Beschicker des Brokser Markts: Familienunternehmen gibt Kaffeezelt nach 37 Jahren auf

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Von: Regine Suling-Williges

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Eine legendäre Truppe: Das Team von Rathkamps Kaffeezelt.
Eine legendäre Truppe: Das Team von Rathkamps Kaffeezelt. © privat

Die Familie Rathkamp hat beschlossen, ihr Kaffeezelt auf dem Brokser Heiratsmarkt nach 37 Jahren aufzugeben. Jürgen Rathkamp berichtet über die Hintergründe.

Bruchhausen-Vilsen – Eigentlich sollte es ein Stand werden, eine Bratwurstbude zum Beispiel. „Mein Vater wollte sich ein zweites Standbein auf dem Brokser Markt aufbauen. Marktmeister Heinrich Lindemann sagte: ‚Das Kaffeezelt, das kannst du übernehmen.‘“ So kam es, dass Familie Rathkamp vor 37 Jahren zu einem festen Bestandteil des Marktes wurde.

Wir haben 2019 gemeinsam beschlossen aufzuhören.

Jürgen Rathkamp, Beschicker

Jetzt fehlt ihr Zelt zum ersten Mal. „Wir haben 2019 gemeinsam beschlossen aufzuhören“, berichtet Jürgen Rathkamp. Das Marktjubiläum, das 2020 ins Wasser fiel, hätten er und seine Mutter Giesela mit seinen Geschwistern Ralf, Uwe und Sabine gerne noch mitgemacht. Nun aber ist Schluss, alters- und gesundheitsbedingt.

Im ersten Jahr „total überrannt worden“: die Geschichte des Kaffeezeltes

Gerne erinnert sich die Familie an die vielen tollen Tage im August: „Als wir anfingen, hatten wir ein Zelt, das sechs mal 15 Meter groß war. Im ersten Jahr sind wir total überrannt worden.“ Heute undenkbar, in den 1980ern noch normal: „Wir haben das Geschirr auf der Wiese abgewaschen.“ Als sich Rathkamps schließlich ein Zelt mieten wollten, aber keines bekamen, kauften sie ein gebrauchtes Stahlrohrzelt und restaurierten es. Was zunächst nur für den Markt gedacht war, entwickelte sich zum Zeltverleih. „Zum Schluss hatte unser Zelt 380 Sitzplätze und war immer gut besucht“, erinnert sich Rathkamp.

Kaffee und Kuchen, abends warmes Essen und das Frühstück am Dienstag: Damit punkteten sie bei ihren Gästen. „Für viele fing am Dienstag die Pferdemarkt-Tour bei uns an. Die stiegen aus dem Zug und kamen direkt zu uns zum Frühstück.“ Zu Spitzenzeiten zählte das Team 35 Personen. Alle gemeinsam wollten immer besser werden. „Mein Bruder Ralf hat konsequent Aufzeichnungen und Fotos gemacht. Wir haben jedes Jahr dazugelernt“, berichtet Jürgen Rathkamp. Sogar aus einem Riesenverlust: „Nachdem bei meinem Bruder zu Hause eingebrochen worden ist und die ganzen Tageseinnahmen gestohlen wurden, haben wir die Kasse noch besser gesichert.“

Geschirr, Mobiliar und Kuchen: Ganz verschwunden ist die Familie Rathkamp nicht

Den Rathkamp-Standplatz hat Bunchuai Homfeld vom Vilser „Poggenkrog“ übernommen. So ganz verschwunden ist die Familie Rathkamp aber nicht vom Markt: Geschirr und Mobiliar im Poggenkrog-Zelt stammen von ihr, und auch die Torten, die es dort gibt, haben Rathkamps gebacken. Auf dem Markt hat die Familie zwar aufgehört, aber eine Botschaft ist ihr wichtig: „Wir machen mit unserem Unternehmen weiter.“

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