Politiker gegen Wegeausbau / Brokser Markt schreibt weiter schwarze Zahlen

„Wir haben einen wunderschönen Marktplatz“

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Der Pferdemarkt am Dienstagmorgen gehört zu den Besuchermagneten des Brokser Heiratsmarkts. Das große Volksfest war im vergangenen Jahr auch finanziell ein Erfolg – es fuhr erneut Gewinne ein. Archivfoto: Jantje Ehlers

Br.-Vilsen - Von Anne Schmidtke. Die unbefestigten Wege auf dem Marktplatz in Bruchhausen-Vilsen sollen nicht ausgebaut werden. Dafür sprachen sich die Mitglieder des Marktausschusses am Mittwochabend während ihrer Sitzung im Rathaus einstimmig aus.

Anlass der Diskussion war, dass es in der Aufbauphase zum Brokser Heiratsmarkt 2015 stark geregnet und sich dadurch die unbefestigten Straßen in Morast verwandelt hatten. Die Wege bekamen Schlaglöcher, und das Wasser sickerte nicht ab.

„Die politischen Gremien haben über dieses Thema in den vergangenen Jahrzehnten immer mal wieder beraten“, berichtete Marktmeister Ralf Rohlfing. Zuletzt hatte sich der Marktausschuss 2007 damit befasst, nachdem die meisten Tage des Brokser Heiratsmarkts 2006 verregnet gewesen waren. Letztendlich beschlossen die Politiker damals aufgrund der Kosten, keine Befestigung der Wege vorzunehmen, sondern sie nur mit einer neuen Mineralschicht zu versehen. Kostenvoranschläge ergaben einst, dass die Befestigung der Wege mit Mineralgemisch etwa 70000 Euro, mit einer einfachen Asphaltdecke circa 110000 Euro und mit Asphaltdecke, Regengosse und Kanal etwa 270000 Euro kosten würde.

„Aufgrund der zwischenzeitlichen allgemeinen Preissteigerung würden die Kosten für den Ausbau heute entsprechend höher liegen“, erklärte Rohlfing. „Die Summe für den Ausbau müsste man auf die Schausteller umlegen, die dann höhere Standgebühren zahlen müssten.“

Zudem informierte der Marktmeister, dass Asphalt, wenn er nicht regelmäßig befahren werde, schnell brüchig werde. Da einige Straßen auf dem Marktplatz fast nur zum Auf- und Abbau der Buden und Fahrgeschäfte benutzt würden, wäre das bedenklich. Auch bei einer Mineralschicht entstünden Löcher. Allerdings könnten diese schneller ausgebessert werden.

Ausschuss berät

über Haushalt 2016

„Wir sollten so weiter machen wie bisher. Die unbefestigten Wege machen schließlich auch den Charakter des Markts aus“, erklärte Bernd Schneider (Grüne). Diese Meinung vertrat auch Christdemokrat Wolfgang Griese: „Wir haben einen wunderschönen Marktplatz.“

Ein weiteres Thema der Sitzung war der Haushalt 2016. Zunächst ging Marktmeister Ralf Rohlfing auf den vorläufigen Jahresabschluss 2015 für den Teilbereich Markt des Eigenbetriebs „TourismusService“ des Fleckens Bruchhausen-Vilsen ein. Unter dem Strich steht ein Plus von etwa 25000 Euro. „Das sind 4000 bis 5000 Euro mehr, als wir eingeplant hatten. Mit dem Ergebnis kann man zufrieden sein, vor allem, weil wir bis 2010 im Minus waren“, berichtete Rohlfing. 2011 kam eine Erhöhung der Standgebühren. Seitdem geht es mit den Marktfinanzen bergauf.

Das hat auch positive Auswirkungen auf die liquiden Mittel. Während das Konto 2009 noch mit rund 150000 Euro im Minus war, schrumpfte der Fehlbetrag 2015 auf 20000 Euro. „In ein paar Jahren werden wir das Minus weghaben, wenn es so gut weiterläuft“, prognostizierte Rohlfing. Allerdings sollte der Marktbereich des Eigenbetriebs weiter sparen, schließlich müsse er noch ein 176000-Euro-Darlehen abbezahlen, wenngleich die Tilgungsrate mit etwa 4000 Euro pro Jahr niedrig sei.

Dann thematisierte der Ausschuss den Haushalt 2016. Die Einnahmen im Ergebnishaushalt betragen voraussichtlich 299400 Euro, den größten Batzen spülen die Abgaben der Marktbeschicker in die Kasse: 160000 Euro sind unter dem Posten „Standgeld allgemein“ eingeplant, 56000 Euro bringt das „Standgeld Gewerbezelte“ und 15000 Euro das „Standgeld Freigelände“. Auf der Ausgabenseite stehen 283000 Euro. „Auffällig ist, dass die Kosten bei gleichbleibenden Einnahmen steigen“, sagte Ausschussvorsitzender Hermann Hamann (SPD). „Wir planen für Strom und Wasser rund 1500 Euro mehr ein, da wir gemerkt haben, dass der Verbrauch auf dem Markt angestiegen ist“, erklärte Rohlfing. Zudem veranschlagt er rund 2000 Euro mehr für Abfall und Reinigung. Ziel sei, den Bereich um den Markt und den Marktplatz nach dem Fest schnell wieder sauber zu haben. Je schneller dies geschehe, desto teurer sei es. „Im Gegenzug haben wir die Abfallgebühren für die Schausteller erhöht. Sie betragen nun insgesamt 19000 Euro und nicht mehr 18000“, sagte Rohlfing.

Im Finanzhaushalt finden sich zwei Investitionen: Der Eigenbetrieb will für 2500 Euro Absperrbaken kaufen und für 5500 Euro Strom-Schaltkästen erneuern.

Seit 2011 freut sich der Flecken jedes Jahr darüber, dass das Volksfest schwarze Zahlen schreibt. Das Jahr 2016 schließt nach aktueller Planung mit einem Überschuss von rund 16000 Euro ab. Gut gelaunt segnete der Marktausschuss den Haushaltsplan für dieses Jahr ab.

Das Gremium sprach zudem über eine Idee von Wolfgang Griese. Vor einem Jahr hatte er während einer Marktausschuss-Sitzung bereits angeregt, Freikarten für sozial schwache Familien, unter anderem für Asylbewerber, zur Verfügung zu stellen. Dieses Anliegen brachte er nun noch einmal vor. „Wir schauen mal, was sich machen lässt“, versprach Rohlfing.

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