Stück für Stück zum 45 Meter hohen Riesenrad

Die ganze Schausteller-Familie Cornelius hat mitgeholfen, damit das Riesenrad pünktlich zum Markt steht.  Foto: André Steuer

Bruchhausen-Vilsen - Von André Steuer. Ohne Riesenrad ist der Brokser Heiratsmarkt nicht denkbar. Hell erleuchtet weist das 45 Meter hohe Wahrzeichen den Besuchern auch im Dunkeln den Weg. Für viele Gäste ist es ein Muss, sich in eine der Gondeln zu setzen und die Aussicht zu genießen. Ab heute dreht das Riesenrad wieder seine Runden. Damit das möglich ist, hat die Mannschaft um Eigentümer Otto Cornelius viele Stunden Arbeit geleistet.

Mehrere Lastwagen und Anhänger transportieren die Teile des Riesenrads nach Bruchhausen-Vilsen. Der Aufbau beginnt mit den Vorbereitungen für das Fundament. „Es muss absolut gerade stehen. Mit einem Nivelliergerät wird der Unterbau exakt ausgerichtet“, sagt Cornelius. Drei Auflieger, die zu einer Einheit verschraubt werden, bilden das Fundament. Wenn es fertig ist, wächst das Riesenrad Stück für Stück in die Höhe.

Auf den ersten Blick sieht alles ganz einfach aus. Die Stützen, die das Riesenrad tragen, werden zuerst mit der Hauptachse verbunden. Diese Achse ist vergleichbar mit der Nabe eines Fahrradreifens. Ist die Nabe auf den Stützen, dem Bock, montiert, kommt die sogenannte Sonne an die Reihe. So heißt die Abdeckung der Nabe, die strahlende Mitte des Riesenrads. Weithin sichtbar befindet sich darauf der Schriftzug „Around the World“. Ist der Bock aufgestellt, werden die Speichen an der Nabe festgeschraubt. Durch die Montage der Ringverbinder entsteht ein großes Rad. Anschließend werden die 36 Gondeln eingehängt. Fertig – könnte man meinen. Doch so einfach ist es nicht.

„Vergleicht man den Aufbau des Riesenrads mit einem Hausbau, dann sind die Arbeiten zum Aufstellen des Bocks und die Speichenmontage mit dem Rohbau vergleichbar. Das geht meist schnell. Bis zum Einzug dauert es aber noch“, erklärt Cornelius.

Zu einem richtigen Riesenrad gehört auch der Bahnhof. Damit ist der vordere Bereich mit Eingang, Kassenhäuschen und Wartezone gemeint. Der Bahnhof von „Around the World“ ist verspiegelt und stimmungsvoll beleuchtet. Letzteres gilt übrigens für das ganze Riesenrad: Mehr als 5 000 LED-Leuchtkörper lassen es in verschiedenen Farben erstrahlen. Allein an den Ringverbindern und Speichen befinden sich 2 300 LED-Leuchtkörper mit jeweils 24 Leuchtdioden. So schaffen über 55 000 Leuchten eine ganz besondere Atmosphäre auf dem Markt – und bringen viel Arbeit mit sich: „Alle Lichter werden von uns auf ihre Funktion überprüft.“

Auch die Reinigung und Wartungsarbeiten gehören zum Aufbau dazu. „Von diesem Riesenrad-Typ gibt es weltweit nur drei Stück. Ersatzteile zu beschaffen kann daher aufwendig sein. Deshalb ist es wichtig, mit den Einzelteilen sorgsam umzugehen. Schließlich steht die Sicherheit der Fahrgäste an erster Stelle. Wir wollen, dass sich unsere Besucher sicher und wohl bei uns fühlen“, sagt Cornelius. Das funktioniert offensichtlich: „Unser ältester bisheriger Gast war meines Wissens 104 Jahre alt“, freut sich der Schausteller.

Beim Aufbau macht die gesamte Familie mit. Während Otto Cornelius mit viel Fingerspitzengefühl einen Kran bedient, um die Bauteile vom Lastwagen abzuladen, hat sein Schwiegersohn Orlando Lemoine die Arbeiten an der Hauptachse im Blick. Nach der Reinigung überprüfen die Beteiligten die Elektrik an der Achse. Die Tätigkeiten gehen dabei Hand in Hand flott voran, und lockere Sprüche fliegen hin und her – man merkt, dass die Helfer wissen, was sie tun. „Das Schaustellersein hat man im Blut, oder eben nicht“, sagt Orlando Lemoine, der genau wie sein Schwiegervater auf Volksfesten groß geworden ist.

Das Riesenrad „Around the World“ hat Cornelius von Anfang an mit geplant. „Zwei Jahre Arbeit stecken allein in der Planung und Konstruktion. Es sollte so werden, wie ich es mir gedacht hatte. Das Riesenrad ist mein Lebenswerk“, sagt Cornelius. „Da bin ich wirklich stolz drauf.“ Seit 1997 begeistert „Around the World“ Fans in der ganzen Bundesrepublik – und ab heute wieder auf dem Marktplatz in Bruchhausen-Vilsen.

Bilder vom Aufbau

Endspurt beim Aufbau

Die heiße Vorbereitungsphase läuft

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